LOHNAUSWEIS 2016 – WAS GILT BEZÜGLICH DER FABI -UMSETZUNG?

Zum Zweck der Finanzierung sowie dem Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI) sind u.a. die Steuerabzüge für Pendler seit Jahresbeginn bei der Bundessteuer auf CHF 3’000 beschränkt. Bei der Kantonssteuer sieht es differenzierter aus: Während die Im Gegensatz zu nahezu allen Nachbarkantonen begrenzt der bernische Fiskus den Fahrkostenabzug auf CHF 6’700. Nur der Kanton Jura sieht die gleiche Begrenzung vor. Der Rest der umliegenden Kantone verzichtet weiterhin auf eine Beschränkung. Die Reduktion v.a. die Autofahrer mit einem Arbeitsweg von mehr als insgesamt rund 20 km pro Tag.

FABI hat auch Konsequenzen auf Arbeitnehmer mit Geschäftsfahrzeugen. Im Sinne der Gleichbehandlung mit den übrigen Arbeitnehmenden müssen sie sich ab diesem Jahr den Arbeitsweg abzüglich des zulässigen Fahrkostenabzugs beim Bund resp. Kanton als geldwerten Vorteil anrechnen lassen. Dies erfolgt in der privaten Steuererklärung. Die zusätzliche Erfassung dieses fiktiven Einkommens bei den Sozialversicherungen bleibt den Steuerpflichtigen zum Glück erspart.

Wer im Aussendienst mit dem Geschäftsfahrzeug unterwegs ist, wird von der Aufrechnung verschont. Als Aussendiensttage gelten solche, an welchen der Arbeitsweg zur Firma (übliche permanente Arbeitsstätte) nicht oder nicht auf der direkten Route zurückgelegt wird. Dies kann sein, wenn der Mitarbeitende mit seinem Geschäftsfahrzeug vom Wohnort direkt zum Kunden und von dort aus wieder direkt zurückfährt (1/1 Aussendiensttag). Fährt er mit seinem Geschäftsfahrzeug zunächst an zur Firma, dann weiter zum Kunden und am Abend direkt vom Kunden zurück an seinen Wohnort, gilt der Tag als ½-Aussendiensttag. Regelmässige Home-Office Tätigkeit (z.B. 1 Tag pro Woche) ist ebenfalls als Aussendiensttag zu bescheinigen.

Die Erhebung des prozentualen Aussendienstanteils kann entweder nach den effektiven Tagen oder gemäss den pauschalen Ansätzen der Steuerverwaltung erfolgen. Die effektive Ermittlung bedingt, dass der Arbeitnehmer angewiesen wird, seine Aussendiensttage im Rahmen der Arbeitszeitnotierung festzuhalten. Die daraus resultierenden Angaben müssen durch den Arbeitgeber überprüft werden, damit er seine Bescheinigungspflicht auf dem Lohnausweis (Urkunde) korrekt erfüllen kann. Die entsprechenden Unterlagen müssen im Rahmen einer behördlichen Überprüfung vorgelegt werden können. Die Aussendiensttage werden in Prozent des Totals an Arbeitstagen angegeben, wobei 220 Arbeitstage für ein 100%-Pensum gelten. Bei Teilzeitarbeit berechnet sich der Anteil Aussendienst in Prozenten des Beschäftigungsgrades. Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, empfiehlt es sich, das geplante Erfassungsverfahren mit der Steuerverwaltung abzusprechen.

Sollte die jährliche Ermittlung der effektiven Aussendiensttage zu einer übermässigen Belastung für des Arbeitgebers führen (was durchaus sein könnte … ), erlauben die Steuerbehörden die Angabe basierend auf vorgegebenen Pauschalen. In der Beilage zur „Mitteilung-002-D-2016-d“ der ESTV vom 15. Juli 2016 sind die die für die Bundessteuer geltenden pauschalen Prozentsätze nach Funktionen bzw. Berufsgruppen enthalten. Die Mitteilung enthält weiter detaillierte Angaben zur Bescheinigung in Ziffer 15 des Lohnausweises. Erlaubt sei der Hinweis, dass diese Mitteilung für die Kantone nicht direkt verbindlich ist; Abweichungen sind also noch denkbar.

Werden die Aussendiensttage durch den Arbeitgeber pauschal bescheinigt, steht es den Arbeitnehmenden im Rahmen des ordentlichen Veranlagungsverfahrens schliesslich frei, den Nachweis über den allenfalls höheren effektiven Anteil Aussendienst zu erbringen. Es empfiehlt sich, die betroffenen Mitarbeiter rechtzeitig darauf hinzuweisen.

Es wird also höchste Zeit, die Arbeiten und die Kommunikation rund um das Ausfüllen der Lohnausweise 2016 anzugehen. Gerne unterstützen wir Sie dabei; zögern Sie nicht, uns anzurufen.

Werden die Aussendiensttage durch den Arbeitgeber pauschal bescheinigt, steht es den Arbeitnehmenden im Rahmen des ordentlichen Veranlagungsverfahrens schliesslich frei, den Nachweis über den allenfalls höheren effektiven Anteil Aussendienst zu erbringen. Es empfiehlt sich, die betroffenen Mitarbeiter rechtzeitig darauf hinzuweisen.

Es wird also höchste Zeit, die Arbeiten und die Kommunikation rund um das Ausfüllen der Lohnausweise 2016 anzugehen. Gerne unterstützen wir Sie dabei; zögern Sie nicht, uns anzurufen.

Rolf Meyer
rolf.meyer@gfeller-partner.ch

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